Stolpersteine Torgau

In Torgau wurden bisher an vier Adressen „Stolpersteine“ von dem Künstler Gunter Demnig verlegt. Eine Erweiterung wird angestrebt. Die quadratischen Messingtafeln auf Gehwegen erinnern an das Schicksal der Menschen, die während des Nationalsozialismus ermordet, gedemütigt, deportiert oder vertrieben wurden.
Jede Person erhält einen eigenen Stein, auf den von Hand ihr Name und eine Information zu ihrem Schicksal eingeschlagen wird. Den NS-Opfern, die einst zu Nummern degradiert wurden, kann auf diese Weise ihr Name zurückgegeben und damit die Erinnerung an sie wachgehalten werden.

In Deutschland haben sich derzeit rund 1.200 Kommunen an dem Projekt beteiligt. Begonnen hat Gunter Demnig mit dem Kunst- und Gedenkprojekt im Jahr 1992. Europaweit wurden inzwischen über 75.000 Gedenksteine verlegt. Somit handelt es sich um das größte dezentrale Mahnmal der Welt.
Verlegt werden die „Stolpersteine“ in der Regel für alle Familienmitglieder vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort. Familien, die auseinandergerissen wurden, sollen am einstigen Wohnort wieder symbolisch zusammengeführt werden.

In Torgau erinnern zunächst elf „Stolpersteine“ an Menschen, die unsere Nachbarn waren – Menschen, die das städtische Leben mitprägten, bevor sie vom nationalsozialistischen Regime gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen oder deportiert und ermordet wurden.  

„Man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.
Und wenn Du den Namen lesen willst, musst Du Dich vor dem Opfer verbeugen.“

(Gunter Demnig)